Legacy BoFü

immer noch Kunst

Operation Desert Worm

"Aber Mr. President, ich bitte sie... Natürlich steht die BoFü voll und ganz hinter ihnen!" H.P. der glorreiche Redner der BoFü gestatte sich und dem (manipulations)frei gewähltem Präsidenten der ASU (Anti Schurkenstaat Union) ein gewinnbringendes Lächeln. "Leider fehlen die Beweise. Wir werden Inspektoren in den Ikar schicken. Zum Glück haben wir ja alle Rechnungen in Kopie bei der IG-Techno."

Der Präsident schien unzufrieden, denn er erging sich einem Schwall Anglizismen, die den zugeschaltete Online-Übersetzer Brabbelfisch zum sofortigen Absturz bewegten. Dazu sprang er auf seinen Schreibtisch und hüpfte dort herum wie ein Schimpanse mit einer Überdosis Kaffee Hart. Schließlich hatte Morchel genug davon und nahm die Displayfolie von der Wand, knüddelte sie zu einem kleinen Bällchen zusammen und schmiss das ganze aus dem Fenster. Unten im Kleinpark von ca. 160 Quadratkilometern mit exakt geklonten Deutschen Eichen wartete bereits das Sonderkommando "Chor Diplomatique" in Schutzanzügen und einem 12-achsigen gepanzerten Kettenlastkraftwagen. Einer packte das immer noch schimpfende und hüpfende Display-Bällchen mit der Kneifzange und warf es beherzt in den Trichter ganz oben am Kettenlastkraftwagen. Danach warfen sich alle zu Boden und ein leichtes Beben der Stärke 10 auf der nach oben geöffneten Hinrichter-Skala signalisierte die erfolgreiche Entsorgung.

"Morchel! Es hat mich Tage und Litern von Schweiß und Blut (*wenigstens nicht mein eigenes*) gekostet diese Videokonferenz mit dem Präsidenten der ASU zu organisieren. Es ist immer dasselbe, niemand hört mir zu, ich..." Weiter kam er nicht, denn Fabo fiel ihm ins Wort: "Schreib es doch in dein Tagebuch. Wir haben zu tun!"

H.P. wurde kreidebleich: "Tagebuch? Woher weißt du das?"
"Weiß ich was?" Fabo grinste bis zum Schirm der Mütze.
H.P. schluckte: "Machen wir doch weiter." Zur Tür gewandt brüllte er: "B-HUHN (BoFü Haupt-Ueberhauptnichts) Wostrowski! Den Saddam jetzt!"

Saddam und die ihn eskortierende BoFü Ehrengarde mit den leistungsstarken Handblastern brauchten lediglich 30 Minuten um den kleinen Spiegelsaal der Sommer-Trutzburg der BoFü zu durchqueren. Dass Saddam in jedem Spiegel einen Doppelgänger sah und erschrocken zuckte beschleunigte die Sache auch nicht gerade. Erschöpft taumelte Saddam in den mit edlen Hölzern getäfelten Konferenzraum der BoFü, stolperte dabei über der Türschwelle und legte sich lang. Die BoFü reagierte sofort: Wild mit ihren Walther PPKs auf alles schießend was sich noch bewegte sprang die BoFü sofort in Deckung. Wieder einmal hatte die Vorsehung sie gerettet! Der waidwund angeschossene Saddam schleppte sich zum Fenster und fiel ungeschickt hinaus. Sofort griffen ein paar Kneifzangen nach ihm und entsorgten ihn durch den Trichter. Die Berge bebten.

Nur wenige Minuten später hatte die BoFü die Schießerei siegreich beendet und der Gebäudeservice räumte die Verlierer ab. "Verdammt! Hoffentlich war das nicht der echte!"
"Und wenn schon, die sehen ja alle gleich aus..."
"Das stimmt irgendwie. Darum sind es ja auch Doppelgänger!!!"
"Machen wir jetzt die versprochenen Waffeninspektionen?"
"Wir machen alles zu Ende!"

In den von arbeitsscheuen erbeuteten Kriegsgefangenen meilenweit in den Berg herein getriebenen Stollen stand das Portal. Die IG-Techno Runen glommen drohend über dem metallenem Rund. Armdicke Kabel verschwanden ausgehend vom Portal in weitere Maschinen, Halogenheizleuchten erhellten den geschäftigen Raum. Morchel durchsuchte mit zunehmender Ungeduld seine Uniform: "Die Vorwahl von Knackdat, ich habe sie doch irgendwo."
"Nimm doch die Auskunft!"
"Darauf wäre ich im Leben nie gekommen. Danke, H.P.!"
"B-HUHN! Ziehen Sie mal Stiefel und Socken aus."

Morchel wählte danach 0 Zehen 3 Zehen, während der B-HUHN jammernd durch den Raum hüpfte und Flecken hinterließ. Das Tor rotierte und saugte mehreren Klinik-Komplexen den Atomstrom weg, bevor es die Sicht auf das Cockpit eines Fighter-Fighters einer üblen Monsterrasse mit einem Juden und einem Zigarre rauchenden Neger drin frei gab. H.P. richtete sein glorreiches Wort an sie: "Die Vorwahl von Knackdat, aber zackig die Herren!"

Dem Neger fiel erschrocken seine Zigarre auf die Hand seines Gefährten, der dadurch schmerzerfüllt zuckend auf seinem Pappel Notebook wirres Zeug absetzte. Die Scheiben des Cockpits wurden dadurch plötzlich transparent und man sah durch sie rote Alarmlichter aufblitzen. Der Fighter-Fighter saß in einem riesigen Alien-Hangar fest und jetzt war man wohl zufällig auf sie aufmerksam geworden. Gerade als irgend ein hässliches Vieh die beiden Verlierer über die Cockpit-Armaturen verteilte, fand Morchel den Zettel: "Danke Jungs! Seid high..."

Als Morchel die Nummer von Knackdat/Ikar in den Wählcomputer eingeben hatte, starrte die BoFü auf den schillernden Ereignishorizont des künstlichen Wurmloches und dachte angestrengt über die Bedeutung des Wortes "Prototyp" nach. Schließlich nickte Fabo B-HUHN Wostrowski zu: "Schnappen Sie sich eine Kamera und gehen Sie dadurch!"
"Jawoll!", zackig wandte sich B-HUHN Wostrowski dem Portal zu.
"Auf der anderen Seite machen Sie ein Selbstportrait und werfen die Kamera zu uns zurück!"
"Jawoll!"

B-HUHN Wostrowski verschwand durch den schwappenden Ereignishorizont. Die BoFü wartete. Einige Minuten später fiel ihnen die Kamera aus dem Wurmloch scheppernd vor die handgefertigten Stiefel. Während der Film bei "Photo Horst" entwickelt wurde, entspannte sich die BoFü auf einer Parkbank. Fabo blinzelte in den Sonnenuntergang: "Eine Parade wäre jetzt nicht schlecht."
"Ich habe kein Kleingeld."
"Ich auch nicht."

Grummelnd ging Fabo selbst zum Paradeautomaten und warf eine territoriale 2-Kredit-Münze für 30 Minuten Parade ein. Sofort rasselten drei Divisionen Säbelzähne über die Straße und zermalmten alles was nicht rechtzeitig die Fahrbahn räumte: Kleinwagen, Radfahrer und Familien mit gehfaulen Kleinkindern. Es folgten die Tieflader mit den Werwolf-Interkontinentalraketen (Reichweite 80000 km mit der Option unterwegs kommerzielle Satelliten auszusetzen), die Sturmtruppen im luftigen Freikampf-Outfit und zum Schluss der Karnevalswagen vom Düsterburger Prinzen Ewald dem Letzten samt Beschmückung aus mumifizierten Narren.

Entspannt holte die BoFü die entwickelten Photos ab, auf denen B-HUHN Wostrowski leicht verwackelt unter strahlend blauem Himmel in seiner schwarzen Uniform fröhlich grinste und dabei winkte. Da er noch an einem Stück zu sein schien, konnte die Operation Desert Worm beginnen.

Im völligen Gleichschritt marschierten die heldenhaften Sturmtruppen der Boxmacht zum mechanischen Nummernvergabekasten um ein jeder ihre persönliche Nummer für den Durchgang durch das IGT-Portal zu ziehen. Der erste B-HUHN drückte auf den knallroten Totenschädelknopf und der stählerne schwarze Apparat fing an zu summen:

Ene mene Miste
bald rappelts in der Wüste
ene mene Muh
raus bist du...

6 Millionen!

Natürlich ließ es sich die BoFü nicht nehmen im Kreis ihrer getreuen Anhänger ebenfalls ihre Nummernzettelchen zu ziehen. Fabo erstrahlte ganz aufgeregt unter seiner schwarzen Schirmmütze: "Ich habe eine 1 gezogen! Juhu..."
"Wieso habe ich nur eine 3?", Morchel merkte sich geistig schonmal ein Gespräch mit dem für den Nummernapparat zuständigen Ingenieur vor.
Dafür schien H.P. zufrieden: "Wahrrlich ich sage euch: Ich habe eine 2..."

Der Säbelzahn Cabriolet Sport OOOSG (oben offen ohne störenden Geschützturm) schoss als erstes mit durchdrehenden wirbelnden Ketten aus dem Portal in die glühende Wüstensonne mitten in die vorüber ziehende Schafherde. Während Morchel durch geschicktes Manövrieren mit den beiden Steuerhebeln die Schafherde entbeinte, holte Fabo schonmal die "Spezial Gewürzmischung" des türkischen Verbündeten aus dem Handschuhfach. Der Sport-Shredder sammelte die Stückchen ein und generierte vollautomatisch leckere Gyros-Spieße. Beim ersten Imbiss im schurkischen Feindesland wurden später Fragen nach dem Schäfer laut, die aber nach Betätigung des automatischen Beweismittel-Vernichters schnell wieder verstummten. Man kann ja nicht alles sortieren.

Die Moral der nachfolgenden Truppe auf dem Weg nach Knackdat sank erheblich beim Schieben ihrer 120 Tonnen schweren Säbelzähne. H.P. sah natürlich sofort, dass er eingreifen musste und sprang auf einen der Säbelzähne: "Das dient alles einem guten Zweck, Leute! Wir müssen Benzin sparen! Außerdem könnte der Feind sonst die Abgaswolken orten. "

Die Boxmacht hinterließ eine Schneise der Verwüstung in der Wüste: Bisher unbekannte Insekten wurden klassifiziert und umgehend ausgerottet (sie könnten (unbekannte natürlich) Krankheiten verursachen), Oasen mit ein paar Kanistern in der fernen Heimat speziell dafür präpariertem Altöl (zurück zum Erzeuger) nachhaltig verseucht und eine Gedenktafel aus purem Marmor mit güldener Frakturinschrift aufgestellt: "Im Jahre des Woz 55 wurde dieser Flecken Erde heldisch durch die BoFü von Unreinen befreit." Der Knopf für die vollautomatische Übersetzung wurde Jahrtausende später durch außerirdische Archäologen nach monatelangen vorsichtigen Grabungsarbeiten auf der völlig verseuchten Erde getätigt. Ein weiteres mal wurde die Wüste auch in der fernen Zukunft dadurch total gereinigt.

In Knackdat traf die völlig übermotivierte Boxmacht leider nur auf zugenagelte Häuser aus denen bisweilen merkwürdige Geräusche "Allah!" drangen. Einige versuchsweise durch die Luftschlitze eingeworfene Handgranaten erbrachten leider auch keine Verbesserung in der Kommikation. Dafür hatte H.P. drei Richtige und erhielt den Jackpot.

Um die Situation zu erfrischen wurden durch die Boxmacht in der ganzen Stadt "N-Wetter-Poff" Turbanfestiger (N abzählbar endlich) (perfekter Halt ein Leben lang) (endliche Mengen sind allerdings immer abzählbar, insofern handelte es sich um einen billigen Marketing-Gag) Spraydosen verteilt. Um die Einwohner zur intensiven Verwendung von "N-Wetter-Poff" zu animieren fuhr H.P. der immens gewaltige und glorreiche Redner der BoFü auf dem Half-Truck durch Knackdat und verkündete in allerreinstem Arabisch: "Archa chalaba chirach cholom chnantoch N-Wetter-Poff chachom ch..ch.. " Danach verschluckte er sich am Wüstenstasub und musste niesen: "Haaaa... ch..ch... ha... Hatschi!" Wie auf Kommando sprühten alle Einwohner von Knackdat ihre Turbane ein. Ein Duft von Veilchen waberte durch die leeren Straßen. H.P. wusste: Die Zeit wurde knapp. Er hatte 20 Sekunden. Die Schweißperlen tropften von seiner arischen Stirn hinab und funkelten in der Abendsonne. Herrisch schrie er in seinen Kommunikator: "Beamen!"

Er tauchte drei Meter neben seinem Half-Truck wieder auf: "Ihr Idioten!" Die Stimme von Burning, dem Leiter für besondere Aufgaben der IG-Techno, antwortete ihm aus dem Kommunikator: "Wieso? Hat doch diesmal geklappt. Ignorant!" Zum Glück war H.P. mit einem RPS (Rescue Pogo Stick) versehen worden, den er diesmal (unfreiwillig) nutzte. Während er da so über Knackdat hüpfte, schlugen die ersten 7 PK (Peace-Keeper) Raketen der ASU in Knackdat ein. Die Stadt wandelte sich durch das entzündete N-Wetter-Poff-Luft-Gemisch (toll, ganz viele Bindestriche) in ein flammendes Inferno, eine Kaskade von Rottönen zeigte an: Die Wüste stirbt! Ein wabernder flackernder Pilz stieg über Knackdat auf, gefolgt von Mörtelbrocken und gefestigten Turbanen mit Inhalt. Ein übles Massaker über dem H.P. mit seinem Rescue Pogo Stick flog. Eine Rakete verfehlte ihn nur knapp, während er über dieses Attentat schimpfte: "Wahrrrlich, ich sage euch..."

Das Abfangnetz schnappte H.P. wieder ein, der vor laufender Kamera des KP1 (Kulthaftes Programm Nr.1) der BoFü in den Seilen hängend sofort schwerwiegende Anklage gegen den Terrorangriff der ASU auf das gerade abfackelnde Knackdat vorbringen konnte: "Das friedliebende Volk von Knackdat ist verpofft. Dabei wollte es doch nur gestärkte Turbane tragen. Die BoFü ist entsetzt ob der Grausamkeiten.. und überhaupt... und sowieso... Wir werden ihre Ziele in Ehren halten (und treffen)."

Wiedermal auf einen leichten Sieg hoffend rückten die Gis der ASU durch die Wüste auf das zerstörte Knackdat vor. Große breit gebaute Neger fanden den Plumpser der BoFü als erste vor: "Hey Joe! What the hell is that?"
"Oh Nig, seems to be like a giant dildo."
"Oh my god, it's soooo pulsating..."
"I'm coming, i'm coming (FGTH)..."
"No! They're coming!"

Der Boden vibrierte, kleine Sandburgen bauten sich wie von Kindergeisterhand auf und zerbrachen wieder. 6 Millionen wurden wie vom Erdboden verschluckt, als der gigantische Sandwurm von der BoFü geritten hervorbrach und sie zermalmte. Die türkische "Spezial Gewürzmischung" ließ ihre Augen arisch blau leuchten, während sie dem Sonnenuntergang entgegen ritten:

Lonesome BoFü, lonesome BoFü you're a long way from home
Lonesome BoFü, lonesome BoFü you're a long way to the Reich

I'm a poor lonesome BoxFührer
I'm a long long way from final solution
An this lonesome Boxführer
Has got a long long way to conquere
Over mountains over deserts
From dusk till down
My Säbelzahn and me keep heizing
Into the setting sun

Lonesome BoFü, lonesome BoFü you're a long way from home
Lonesome BoFü, lonesome BoFü you're a long way to the Reich

There are guys just figure
Have a problem with a nuclear device
And a finger on a button
Can be dangerous, hurt anyone
But problems solve much better
By keeping calm and in a bunker
My Säbelzahn and me keep riding
I ain't nobody's dung hill

Lonesome BoFü, lonesome BoFü you're a long way from home
Lonesome BoFü, lonesome BoFü you're a long way to the Reich

I'm a poor lonesome BoxFührer
But it doesn't bore me
'Cause this poor lonesome Boxführer
Prefers a Säbelzahn for company
Got anything against democracy
But we wave them all goodbye
My Säbelzahn and me keep riding
We don't get without amunition

Lonesome BoFü, lonesome BoFü you're a long way from home
Lonesome BoFü, lonesome BoFü you're a long way to the Reich

To kill... all...


to be continued...

Tri State & Snorr