Snorr


Der schwarze Punkt

von Snorr

Wir haben getan, was Kult war.
(Morchel)

Die Schlacht um den konisch geformten Ball tobt im Stadion, begeistert kommentiert jemand aus dem Off: "It is great, isn't it? American Football, yeah..."

In ihren Rüstungen hetzen die Ritter des zwanzigsten Jahrhunderts über den Rasen, stramme, haarige Waden und breite Schultern, freie Amerikaner. Die Zuschauer auf den Rängen johlen ergriffen mit, als sich der erste Knubbel um die vermutete Ballposition bildet, heroisch ergriffen die Gesichtsausdrücke hinter den Masken, rasender Beifall, die Sonne strahlt vom blauen Himmel hernieder, der Reporter schreit: "It's a very strong situation, eh, yeah... The boys from the Boston Bombers can't get (satisfaction), hubba (?!) (bubba) Hey!! What's that???"

An einem Ende des Stadions bilden sich kleine Bodenwellen im Rasen, die sich wie eine Speerspitzen dem sich windenden und schreienden Spielerknubbel nähern, zur Mitte hin werden sie immer höher, Rasenstückchen wirbeln wie Konfetti zur Seite.
"Looks like a giant mole, oh boys. And where's the ball?"
Die Wellen erreichen den Haufen der gut verknäulten Spieler, und lassen sie auseinander fetzen, dazwischen fliegen noch ein paar Drecklumpen, der Ball liegt verlassen auf einem kleinen Erdhügel, der aber rasch an Umfang gewinnt, die Zuschauer überschlagen sich mit "Ahhhh!!" und "Ooooh...". Es geht weiter: "There's the ball, eh. Our great nation, and our great sports..."

Rasen und Erde wird bis zu den Zuschauerrängen geschleudert, dröhnend wühlt sich eine gigantische Maschine mit dem IG-Techno Emblem auf dem schwarzen Stahl aus dem Boden, die Betonkonstruktion des Stadions erzittert, kreischend suchen die Zuschauer die Weiten Nordamerikas auf, Wind kommt auf, Wolken ziehen sich vor die Sonne. Der Sportreporter steht mit offenem Mund in seiner Loge, starrt erschreckt auf den massiven Turm, der sich elegant an dem zigarrenförmigen Rumpf der Maschine anschmiegt und mit ihr in die Höhe steigt. An den Seiten fliegen kleine Erdklümpchen durch die Gegend, irgendwas bewegt sich dort.

Auf dem Turm fliegt eine Stahlluke auf, eine Gestalt mit scharzer Schirmmütze und Uniform der gleichen Farbe schwingt sich heraus, greift nach ihrem Fernglas und gestattet sich grinsend einen Rundumblick auf die flüchtenden Massen. Danach winkt der Kaleu nach seinem inzwischen ebenfalls herausgestiegenden Adjudanten, schnarrt irgend etwas, dieser grüßt zackig stramm und brüllt nach unten in die Maschine. Sekunden später entriegeln sich seitlich eine Batterie Schleusen, und heraus marschieren im völligen Gleichschritt und mit dem typischen Lächeln hunderte von fröhlichen, blonden, blauäugigen Angehörigen der Boxmacht.

"Ratet mal, wer wieder da ist, um die Welt zu beherrschen?!"

Keuchend vor Entsetzen beobachtet der Sportreporter die boxliche Invasion seiner geliebten Heimat, bis die ersten Armeehubschrauber knatternd über den leeren Rängen einschweben. Während der vorne auf dem Rumpf montierte FALK sie in einer Orgie aus Licht und zerfetzem Stahl über den Rängen verteilt, stürmen die Fußtruppen in die Stadt, der Sportreporter sinkt auf die Knie und beginnt ein Gebet.

Die Perspektive wechselt, der Beobachtungspunkt steigt auf, unten das Stadion mit dem schwarzen Boot von fast einem Ende zum Anderen, den rausströmenden Fußtruppen, davor ein stetig anwachsendes Verkehrschaos, Blaster knattern, Rauchwölkchen steigen auf, Brände flackern aus Autowracks, Sirenen heulen, dazwischen das Schreien der hysterischen Mütter und ihrer Kinder, auf dem Stadion wehen inzwischen die Totenkopf-Flagge und ein Sportreporter.

In einer gelungenen graphischen Spielerei zerfliegt das Bild, ein seriöser, älterer Mann mit ergrauten Schläfen blickt betroffen in die Kamera: "Natürlich war dies eine reine Fiktion, aber wer kann schon bestimmt sagen, was morgen sein wird? Die Kräfte des Bösen..."
Ein Bild von Morchel, völlig schwarz eingekleidet, unrasiert, voll verspiegelte Sonnenbrille und Button "VORSICHT - frißt (kleine) Kinder!", wird eingeblendet, wie immer lächelt er hinterhältig, die rechte Hand zum Victory-Zeichen erhoben.
"...sammeln sich wieder jenseits der Grenzen unserer großen, freien Nation um unsere heiligsten Werte mit ihren handgearbeiteten Ledertiefeln in den Staub zu treten! Lassen wir es nicht soweit kommen, sorgen wir dafür, daß sie in den Sumpf zurück kehren, aus dem sie gekrochen kamen. Amerikaner, kauft nicht bei der IG-Techno!"


Die Sekunden liefen auf meiner Stoppuhr unerbittlich ab, ich stand auf der Brücke des CAC-Car-II, unter mir vibrierten die Maschinen, hin und wieder durchzuckten harte Stöße das CAC-Car-II und schüttelten uns durch. Ich starrte auf mein Kontrollpult mit den vielen Monitoren und der eingestaubten Tastatur, dann wieder auf die Uhr, der Zeiger stand schon fast auf der Null: "Steuer auf 3 Uhr!"

Brabham wuselte mit der quietschenden Maus, wir wurden in die Schalensitze gepreßt, auf einem Monitor konnte ich eine sich drehende Straßenkarte sehen, dann sah ich entsetzt auf die Anzeigen: "NEIN! Das ist zu spät!"
"Noch schneller geht das mit der 50-DPI-Maus nicht!"
Bevor ich auf die faule Ausrede des Tatari-Users reagieren konnte, ging ein harter Ruck durch das CAC-Car-II, von draußen drang ein kreischendes Rumoren in die Kabine, eine Alarmsirene heulte auf und machte mich zusammen mit ein paar subversiven Lämpchen noch verrückter, ich schrie: "Das war halb vier, verdammt!!!"

Offensichtlich desinteressiert korrigierte Brabham den Kurs, während wir an irgend etwas lang schrammten. "Artemis?"
Er hackte irgendetwas in die Navigation, weitere Straßenkarten erschienen, auf einer bewegte sich ein roter Punkt über eine sehr breite Straße, die Kabine schaukelte und wankte ein paar mal, dämliche Geräusche erklangen aus dem Sonar, dann versuchte Artemis seinen Zeigefinger durch den Monitor zu bohren: "Wir sind mitten auf dem Boulevard, das muß ein Falschfahrer sein, oder eine Friedensdemo, oder...."

Ein Blick auf den Sonar, ein Schrei: "Steuer hart steuerbord!!"
Eine lässige Handbewegung Brabhams, zu spät, wieder wurden wir durchgeschüttelt, Kreischen gequälten Stahls, dann neigte sich die Kabine abrupt nach vorne, Artemis blickte auf die hochauflösenden Straßenkarten in garantiert 4096 Farben, und verstand es nicht, Brabham murmelte was von rausgehen und nachgucken, er verinnerlichte sich offensichtlich den Sinn des CAC-Car-II nicht. Bevor ich mich über die Philosophie des CAC-Car-II, frei nach Morchel und Fabo, auslassen konnte, ging ein letzter Aufprall durch unsere Knochen, wir fühlten uns einige Sekunden völlig frei und losgelöst, dann setzten wir irgendwo unsanft knirschend auf. Brabham stank die Sache, er stellte die Maschinen auf Stop, stand auf, und fuhr das Periskop aus. Auf der Navigation und dem Tiefenmesser erkannte ich, daß die Stadt mitten auf dem Hauptverkehrsknotenpunkt eine etwa sieben Meter tiefe Grube ausgehoben haben mußte, nett.

Bleich im Gesicht wich Brabham von dem Periskop zurück, war die Grube etwa ein Massengrab? Ich betrachtete kühl gelassen unsere Außenwelt, offensichtlich befanden wir uns in einer Disco, lauter Irre die mit verzerrten Gesichtern um uns in Blitzlichtern herumhüpften, vorsichtshalber machte ich die PCDs (*Programmierbare Compact Discs, siehe Gurugay*) mit "Sisters" scharf, dann wechselte ich das Gesichtsfeld, in der Wand über uns ein seltsam mit Armen, Beinen und einem heraushängenden Körper dekoriertes Loch, aus dem nebulös Licht herein sickerte, darunter lagen auf dem Boden ein paar Trümmerstücke. Das brachte mich auf eine Idee, und tatsächlich, einige von ihnen schienen irgendetwas unter unserer Karosserie zu bejammern, und der Rest sah ziemlich sauer aus.

Höchste Zeit für etwas Diplomatie, wir ließen die Türen entriegeln, sofort drang unerträglicher Lärm von minderwertigem Tekkno an meine kostbaren Ohren, und ich stieg mit zum Schutz erhobenem Firmenausweis aus: "Wir sind ein Subversive Software Test Team und können alles erkl...", ich stolperte über eine Leiche und landete ungraziös zwischen der Menge, die prompt versuchte, mich zu töten. Artemis löste sofort die PCDs aus, sie huschten nach allen Seiten davon, dröhnend paralysierte uns alle eine Live-Version von "Temple of Love". Der Beton bröckelte bereits, als ich die Besinnung verlor.

Ich erwachte liegend auf der Tragbarre in einem SmartBall, um mich herum erste Hilfe Utensilien verstreut. Dr. H. Fröhlich beugte sich über mich. Sofort kontrollierte ich meine Narben, aber sie waren alle noch da. Aus dem Fenster konnte ich sehen, wie sie gerade einen Schriftzug "Doppel D Center" auf einem Betongebäude durch ein Schild "Hier baut die Stadt Krempel ein Endlager für Sie!" überdeckten.

"Wie gehts Ihnen?"
"Gnampf, hmmm, gut....", es war immer besser mit Fröhlich nicht zuviel zu reden, der Mann war vollkommen irre, und ich wollte normal bleiben. Er öffnete die Schiebetür, und ich sah draußen ein Chaos von Leuten vor dem Gebäude, die ersten Demonstranten hatten sich bereits eingefunden. Burning, Leiter der Abteilung für besondere Aufgaben, kam herein und sah mich halb böse, halb belustigt an: "Wir haben die Schweinerei für euch weggeräumt."

Fröhlich stieg pfeiffend mit seinem Arztköfferchen aus, schloß die Tür, und klopfte zweimal auf das Metall, der SmartBall startete mit durchdrehenden Rädern. Auf dem Weg zur Hauptverwaltung kamen uns mehrere schwere Lastwagen und Betonmischer mit der Aufschrift "Harrobyl Memorial Society E.V." entgegen. Ich fragte mich, was aus den Beknackten in dem Gebäude geworden war.


Im gleißenden Sonnenlicht steht die amerikanische Raumfähre am Startgerüst, tausende von Schaulustigen, Dampfschwaden lösen sich im Wind von den Flüssigastanks, der Contdown wird runtergezählt. Monoton ertönen die Zahlen über der erwartungsvollen Menge mit ihren US-Fähnchen, ein paar Vögel flattern über den Himmel, der Contdown endet by Zero und die Raumfähre explodiert in 16,8 Millionen Farben. Minutenlang dauert das Schauspiel von umherfliegenden Metallteilen, davonstürmenden Massen und emporschießenden Flammen, der Lärm bringt das Bild zum Zittern, Feuerwehren rasen durch die Menge, irgendwo brechen Gebäude unter den Druckwellen zusammen.

"Das beste seit Star Wars!", H.P. gibt eine Pressekonferenz aus gegebenem traurigem Anlaß, er steht am Rednerpult, an dem das Emblem der IG-Techno prangt. Die Reporter blicken sich verunsichert an und beginnen durcheinander zu schreien: "Machen Sie Witze?!"
"...hunderte von unschuldigen Opfern..."
"Die größte Katastrophe der Raumfahrt!"

H.P. räspert sich und gebietet Ruhe: "Ihr müßt das unter dem Ästhetischen Gesichtspunkt sehen, Leute!", er lächelt sanftmütig. Seine Zuhörer stehen kurz vor dem Durchdrehen, der Saalschutz spielt mit seinen Repräsentationsschwertern, wieder brüllen sie durcheinander.
"Das ist menschenverachtend!"
"Ist ihnen eigentlich alles egal?"
"Mögen sie kleine Kinder?"
"War das nicht ein Satellit der IG-Techno, der da an Bord war?"

Wieder aufmerksam geworden, geruht H.P. die letzte Frage zu beantworten: "Ja, der war uns!", er sieht etwas verstimmt aus.
"Materialforschung, unsere wissenschaftliche Abteilung arbeitet an superschnellen Harddisks speziell für den Einsatz unter Schwerelosigkeit."
"Hat der Verlust für Sie Konsequenzen?"

H.P. richtet sich kerzengerade auf und blickt starr auf seine Zuhörer: "Natürlich hat das Konsequenzen, unsere Rechtsabteilung prüft die Möglichkeit einer Klage gegen die NASA! Deren Schlampereien haben unser Projekt schließlich um Jahre zurück geworfen! Aber in unserer Warmherzigkeit vergessen wir natürlich nicht all die anderen Kunden dieser Verbrecher!! Subversive Space in Pecuniamvideo ist selbstverständlich bereit, zu bekannt günstigen Tarifen Fracht in den Weltraum zu befördern... Sie können jetzt gehen."


Morchel wand sich wieder von den Monitorschirmen, auf denen diese unsägliche Football-Propaganda und danach H.P.'s Interview abgespult worden waren, ab, und sagte mit einem entschuldigenden Lächeln: "Keiner mag uns."
Es folgte eine kleine Kunstpause, bevor er fortfuhr: "Sogar den Mord an Sammy wollen sie uns anhängen. Dabei tun wir alles, um ihm zu helfen!"

Auf einem flimmernden Schwarz-Braun-Monitor erschien Dr. H. Fröhlich, Meister der Grob-Chirugie und Beherrscher zahlreicher bewährter Eingriffe aus der Zeit zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert, und feilte gerade an einem Oberschenkel-Knochen. Als er bemerkte, daß sich eine Überwachungskamera eingeschaltet hatte, winkte er uns mit Sammys Bein zu. Im Hintergrund lag zwischenmenschliches Gewebe verstreut auf einem massiv stählernem OP-Tisch, jeder Brocken versehen mit einem Zettel, auf dem ein Nümmerchen stand. Sammys Schädelplatte war bereits zusammengepuzzelt, und die Löckchen schon wieder blond eingefärbt.

"Ich möchte wissen, warum die Scheiß-Nazis ihn hier nur stückchenweise abliefern. Das Zeug ist inzwischen total vergammelt, und wir müssen überall nachzüchten, oder aus Weichplaste Ersatzteile gießen. Heute morgen kam seine Nase mit der Post." Morchel verwies auf ein aufgerissenes Päckchen mit einer Sondermarke. 3 DM + 80 Pf für die Kriegsmassengräberfürsorge der Hinterlassenschaften der SS.
"Ist das nicht der Verein, der überall diese Supermärkte errichtet?"
"Ja, Kauf-Zentrum heißen die. Konsum macht frei."
"Das ist nicht Sammys Nase."
"Nein? Dann weg damit!" Morchel schnappte sich mit einer läßigen Armbewegung das Päckchen mit der Nase, und schmiess alles in den Müllschlucker, der zufrieden kauend-knorpelige Geräusche von sich gab.

"Das ist auch nicht so wichtig, vielmehr brauchen wir wieder einen positiven Gesamteindruck von der IG in der Bevölkerung. Wir haben da ja jetzt den schwarzen Punkt, und ich dachte, das KOMA könnte unsere neueste Aktion..."
Während ich mich noch entspannte, und darüber nachdachte, daß ich eigentlich keine Ahnung hatte, ob das wirklich nicht Sammys Nase war, klingelte das pink Telephon für besonders ekelhafte Notfälle.

"Morchel am Apparat... Idiot Wieso passiert sowas immer bei uns?!" Er knallte den Hörer auf den Apparat: "Die haben sich unsere neueste Killer-Applikation klauen lassen. Wahrscheinlich auch noch von Hyper-Frontiers, den Waschlappen. Wir nehmen den Smog-Wulf, der Prototyp des CAC-Car II wurde offensichtlich von unseren fähigen Mitarbeitern in einer Teenie-Disco vergraben, und anschließend vorausschauend wegbetoniert."

Unterwegs lasen wir noch Burning mit einer Sturmstaffel vom Werksschutz auf, der prompt von Morchel angefaucht wurde, daß er seinen persönlichen Sicherheitscode in meinem Beisein eingeben, und fünfmal "Ignorieren" klicken mußte, bevor der Netz-Zentralcomputer sich bereit erklärte, den Smog-Wulf startklar anlaufen zu lassen.

In einem hermetisch abgeschlossenen Finger wurden wir an den Smog-Wulf, einen haushoch aufragenden mattschwarz glänzenden drei-rotorigen Hubschrauber, der mit flüßigen Plastikabfällen betrieben wird, herangefahren. Ein umweltbewußtes Produkt der IG-Techno, das nur wenige Nachteile kennt, wie z.B. die Lösungsmittel, die das PVC auch wirklich flüßig machen.

Der Smog-Wulf war bereits angelaufen, um einen weiteren klitzekleinen Nachteil, nämlich die Verfestigung des abkühlenden, eigentlich 500 Grad heißen, Treibstoffes in Tanks und Motorblöcken zu vermeiden. Draußen stand ein Putztrupp aus Praktikanten läßig an dem Fahrwerk angelehnt, grünliche Nebel waberten um ihre turnschuhbewährten Füße, die faule Bande rührte sich nicht.

Ich verpfiff sie bei Burning, der sie seufzend durch das fast blinde Panzerglas-Fenster des Fingers begutachtete. Der Finger dockte an den Smog-Wulf an, ein leichtes Schütteln durchfuhr den Rumpf der Maschine, die Rotoren zischten im Aufstiegsschacht, dem Putztrupp fielen die Augen aus. Ungläubig beobachteten Burning und ich, wie Ohren und Nasen folgten, und im grün wabernden Abgasnebel zwischen armdicken Schläuchen verschwanden, langsam fielen sie auseinander, und versanken, wie ein einstürzendes Kaufhaus in Korea.

"Unfälle passieren", Morchel blickte leicht angewidert nach unten, und forderte über Haustelephon einen Expreß-Priester mit vollständiger Absolution an.
"Und rufen Sie diese Heil-Pädagogin an, und sagen Sie ihr, daß dieses Projekt mit ihren Kleinen ein Flop war. Wir können diese kaputten Typen jetzt auf Flasche ziehen", er lächelte (mies).

Die Motoren liefen brüllend im Drittel-Mix (Ein drittel FCKW aus uralten Kühlschränken, ein drittel verflüßigte unkaputtbare Plopsi-Cola Plastik-Flaschen, ein drittel aufgeweichte abgefahrene Autoreifen), Morchel zog den Steuerknüppel an, und wir rasten mit 4g in einer fetten schwarzen Wolke durch den Schacht in den blauen Himmel, von draußen mußte es aussehen haben wie ein Vulkanausbruch.

Burning meinte noch, irgendwelche Typen mit Transparenten außen am Büroturm gesehen zu haben, aber als ihn Morchel einmal umrundet hatte, war keiner mehr zu sehen. Danach drückte er auf "Turbo" und ein Monitor zeigte an, daß durch Zusatz von "Domestos" mit der reinigenden Kraft frischen reinen Sauerstoffs auch noch das letzte bißchen Reserveleistung aus den 25.000-PS Motoren herausgeholt wurde.

Es war ein Höllenlärm, aber wenn man bedenkt, wieviel Hektoliter von diesem Stinkezeugs pro Sekunde durch diese Maschine im Namen des schwarzen Punktes recycelt werden, dann nimmt man das, und die schwarzen Kondensstreifen, aus denen immer die verölten Vögel fallen, gerne in Kauf.


Die nackte, mit dünnen Lederriemen quer über den Tisch gebundene, an einer Brust amputierte Ansagerin des Splatter Channels lächelt gequält: "Das war die dreizehnte Folge von 'Schwarz greift rein', die im Rahmen unserer Aktion 'Programm für verfolgte Minderheiten', heute pädophile Priester, ausgestrahlt wird. Im Anschluß folgt 'Warum?', unsere aktuelle Fragestunde. Heute gibt Ihnen Dr. Fabo von der IG-Techno freiwillig Auskünfte zum 'schwarzen Punkt'."

Das Bild wird langsam ausgeblendet, im Hintergrund sieht man ein paar dunkle Gestalten in hautengen schwarzen Lackleder mit riesigen Kneifzangen auf die gefesselte Ansagerin zuhuschen. Das feist grinsende Gesicht Dr. Fabo mit einigen Bartstoppeln und der Stahlbrille erscheint, der Tonkanal überträgt allerdings ganz andere Geräusche: "Ich hatte keinen einzigen Versprecher! Laßt das!!!"
"Der Intendant sagt, die Betonungen gefielen ihm nicht, Schätzchen!"
"Nein... Nein! Niiicht auch noch die Andere!!! Neieieein... argl..."

Der Ton reißt ab, Dr. Fabo winkt fröhlich in die Kamera und sagt "Huhu!", während der Moderator versucht, sein Gesicht zu verbergen. Dann reißt er sich zusammen, guckt auf die Betonwände des Studiobunkers Wolfenstein, und stellt heroisch die erste Frage: "Stimmt es, daß die IG-Techno den 'schwarzen Punkt' ausschließlich zur Vermeidung von Lizenzgebühren ins Leben gerufen hat?"

"Selbstverständlich ist das eine Lüge. Im vollen Bewußtsein für unsere Umwelt, und die Menschen, die in ihr leben (müssen)," Dr. Fabo guckt verträumt zur BoFüKriFla (*BoxFührungs-Kriegsflagge, silberner Totenkopf mit BOX-Emblem auf schwarzem Grund*), die zu beiden Seiten einer Panzertür lässig prangt, "wurde der schwarze Punkt aus dem Regen in die Traufe gehoben. Unsere geschätzten Mitbewerber auf diesem Gebiet wurden ja noch nichteinmal mit den Leichtmetall-Verpackungen unseres Konzernmitgliedes Subversive Software fertig."

"Zeitgleich mit dem schwarzen Punkt bot Ihre PC-Division 'Schrott & Technologies' Standard-PC's an..."
"...die mitnichten aus recycelten Elektronik-Schrott, sondern aus original Tuntel-Bauteilen aufgebaut wurden. UND sogar mit Windows-NS ausgeliefert wurden!" Dr. Fabo ist sauer.
"Das Betriebssystem mit den meisten Todesopfern unter der Bevölkerung."
"Unfälle passieren. Außerdem sind jetzt Patches für 'Pentagon 3D' und 'Baby-Doom' im Kult-4-Net erhältlich."
"Ihre Firma soll sehr rüde mit Personen umgegangen sein, die Verpackungen ohne den schwarzen Punkt drauf in Ihre Container geworfen haben."
"Diese Dreckschweine haben ihren Haushaltsmüll neben unsere Container hingestellt, und irgendwelchen Plastikmüll von Fremdfirmen reingeschmissen. Dafür haben wir sie erschossen." Nach langem Zögern kann sich Dr. Fabo wieder ein genießerisches Lächeln entringen.

Der Moderator schwitzt ein bißchen: "Ist das nicht ein wenig übertrieben? Aus meinen Unterlagen geht hervor, daß Sie einen 12-jährigen haben aufhängen lassen..."
"Er war bereits 13, und hat nach 19.00 Uhr Glasflaschen in den Container geworfen. Was hätten Sie gemacht? (*fragendes Gesicht mit ganz großen Augen*) Außerdem hatten wir schon 24 Stunden später Beweise, daß er zur Jugo-Mafia gehörte!" Trotzdem zittern Dr. Fabo die Hände, er dreht sie von außen nach innen, und zurück, sie angestrengt betrachtend.

Inzwischen hat sich der Moderator den Schlips ein wenig gelockert, und wirft verstörte Blicke zur Tür: (*Vielleicht hätte er die Unterlagen vor dem Interview doch lesen sollen?*) "Und dann haben sie ihn noch acht Wochen da hängen lassen. Vom Juni bis in den August wohlgemerkt."
"Wir haben ihn mit 'Volkswohlgeruch', dem Parfüm fürs ganze Volk, präpariert, denn siehe: Wir sind sauber."
"Apropos Leichen, was ist aus den schaurigen Funden in Ihren Containern vor zwei Wochen geworden?"
"Die zerstückelten Prostituierten? Die Verantwortlichen haben inzwischen eine Lizenz beim schwarzen Punkt erworben. Unsere Niederlassungen in Moskau und Leningrad arbeiten seitdem auch viel produktiver."
"Den Vorwurf der Sklaverei wollen Sie wohl auch noch abwiegeln?" Es klingt aber nicht sehr kraftvoll, der Moderator wartet nur noch auf die Tür.

Dr. Fabo tut freundlich so, als würde er die Panik bei seinem Interviewgegner nicht bemerken: "Greuelpropaganda! Niemals würden wir die Grundsätze der Demokratie mißachten! Den PC-Fraggles reichte unsere Grundausstattung nicht, sie wollten immer mehr, immer schneller... Also haben wir ihnen zusätzliche Komponenten für ihre PCs geliefert. Aber nie waren sie zufrieden (*wischt sich den Schweiß von der Stirn*), mehr Speicher, mehr Farben, lauterer Sound... Dann hatten sie kein Geld mehr, und in Zusammenarbeit mit der Piti-Bank entwickelten wir gnädig ein Finanzierungsprogramm für sie. Das arbeiten sie jetzt beim schwarzen Punkt ab. Wo ist da das Problem?"

"Das Problem? Wir haben diese Photos! Angekettet an kilometerlangen Fließbändern trennen die armen Schweine euren Sondermüll!" Keuchend wirft der Moderator unscharfe Schwarzweiß-Aufnahmen durch das Studio: "Da! Da prügeln sich drei um Pizza-Reste... die da müßen Spraydosen öffnen, den hat's dabei erwischt... das ganze Ohr weg... die öffnen mit Plastikbesteck alte Batterien... Was macht der tote UN-Soldat auf dem Fließband da? Hä?! Und das da??? Öffnen die den Sprengkopf der SS-20 etwa mit einem Pannenset von Fiat? In Badehosen? Das gibts doch nicht..."

"Es sind doch nur PC-User." Dr. Fabo grinst mit weit offenem geifernden Mund, die Augen rollen hin und her, seine Hände sind zu Klauen ausgestreckt, den Moderator fest im Griff haltend. "Haha..."
Unbemerkt ist inzwischen ein Entsorgungsteam der IG-Techno im Bunkerstudio aufgetaucht, in den Händen nicht etwa ein großer Müllsack vom schwarzen Punkt, sondern viele kleine. Und ein paar Nagelscheren.

Das Bild wechselt, kurz sind schlecht beleuchtete riesige unterirdische Hallen zu sehen, in denen tausende ausgemergelte Gestalten mit "Tuntel-Inside" Lagerklamotten von "United Farben" Müll sortieren, während schwarz uniformierte Wächter mit Nilpferdleder-Peitschen für Ordnung sorgen.
Dazwischen sorgt noch eine weißbekittelte Gestalt, die dauernd "Die Nase! Ich find die verdammte Nase nicht!" schreit, mit beiden Händen im Dreck wühlend, für Unruhe.

Danach erscheint Torte, Intendant des Splatter-Channels, mit Fastglatze und entschuldigendem Lächeln: "Wir wurden von der BPS (Bundesprüfstelle für Verhaltensgestörte und gemeingefährliche Irre) angewiesen, solche Szenen nicht mehr im Vormittagsprogramm zu zeigen. Doch wir meinen, unsere Umwelt ist ein Thema, das uns alle angeht. Alle müßen sie weg.
Doch nun zur Kindersendung 'Nicht deine Heimat, unsere Heimat!', der Beitrag speziell für demnächst noch abzuschiebende Scheinasylanten-Kinder. Heute zeigt Euch der kleine Azur, wie er in einem Sandkasten eine fast scharfschützensichere Burg schaufeln kann."


"Wir sind da!", Morchel zeigte nach unten, wo sich ein Haufen Gestalten auf das flache Dach eines Hochhauses geflüchtet hatte. Die Türen zum Treppenhaus hatten sie mit Blumenkübeln verrammelt, irgendetwas war wohl dahinter. Bittend streckten sie ihre Hände hoch zu unserem Smog-Wulf, der sich knatternd absenkte.

Mit Knopfdruck ließ ich den Fernsehschirm smooth im Sitz verschwinden, die Sturmstaffel entsicherte bereits geifernd ihre Dust-to-Dust Blaster. Die Angestellten von Hyper Frontiers liefen inzwischen nach allen Seiten auseinander, einige sprangen schreind in die Tiefe, andere räumten die Blockaden wieder weg. Anscheinend hatten sie erst jetzt das IG-Emblem bemerkt.

"LZH-1 an Smog-Wulf, die ruhmreiche PR-Abteilung für Morchel. Bitte kommen!"
Morchel hatte jetzt keine Lust auf PR oder H.P., grummelnd ergriff er das Micro: "Was ist denn an unserer kleinen Außen-Aktion jetzt schon wieder falsch?"
"Die Außen-Aktion ist gut. Aber die öffentliche Entsorgung der Brennt&Spart ist in zwei Stunden angesetzt. Fernsehteams aus aller Welt erwarten, wie die IG-Techno im Namen des schwarzen Punktes eine verrottete Bohrinsel so endgültig aus der Welt schafft, wie 'Smell' und die Briten es sich niemals hätten träumen lassen. Schon vergessen?"
"Ach so. Burning!"
"Ja?"
"Plan B!"
"Was für ein Plan B? Es gibt keinen Plan B!"
"Niemals im Kino gewesen? Es gibt immer einen Plan B! Drücken Sie einfach auf 'B', Mann."

Das letzte, was die Hyper Frontier Leute in ihrem Leben jemals sahen, war ein gleißender Metall-Zylinder in der Mittagssonne, der langsam an einem runden knallgelben Smilie-Fallschirm auf sie herab geschwebt kam.


Der LZH-1 war ein 1800 Meter langes Monster von einem Luftschiff in Starrbauweise, mit dem die IG-Techno ungenehmigte Transporte abzuwickeln pflegte. Im Augenblick nahm es Kurs auf die Nordsee, wo die Brennt&Spart ihrem Schicksal harrte. Ich saß im Salon, der irgendwie an das Berlin der 30'er Jahre erinnerte, und nuckelte an meinem unfair gehandelten "Neger-Kaffee".

H.P. redete am Nachbartisch auf einen hochrangigen Repräsentanten von Smell ein, der IG doch endlich einen Auftrag für diese Luftschiffe zu geben.
"Was ist, wenn so ein Ding mit... sagen wir mal 50.000 Tonnen dioxinverseuchtem Altöl über einer Großtadt hops geht?" wollte der von H.P. wissen.
Dieser nahm es gelassen, und streichelte der grell geschminkten Blondine neben sich lächelnd über das C++ Körbchen: "Wie kleinlich! Zum 50. Jahrestag von Hiroshima sollten wir endlich lernen, in ganz anderen Dimensionen zu denken!" Dabei griff er zu!

Angewidert dachte ich an die Franzosen, die ihre Atomtests auf dem Mururoa-Atoll weiter fortsetzten, ohne die Ureinwohner dort stärker in die Versuche mit einzubinden. Da waren unsere amerikanischen Freunde doch konsequenter.

Morchel stand am Panoramafenster, und starrte auf die graue Nordsee. Ich fragte ihn, ob die Gaszellen der LZH-1 immernoch mit Wasserstoff gefüllt werden.
"Natürlich werden sie das. Helium ist viel zu gefährlich! Wenn das Zeug nun durch ein Leck austritt, dann kriegen wir alle diese fürchterlich hohen Stimmen. Das klingt dann irgendwie schwul. Wollen Sie schwul sein, Snorr?"

So wie er mich dabei durch seine vollverspiegelte Sonnenbrille anstarrte, wußte ich nicht, ob ich "ja" oder "nein" sagen sollte. Zum Glück kam der Kapitän mit Glatze und Monokel aufgeregten Schrittes in seiner Gala-Uniform an, und fragte Morchel dunkelrot zornbebend: "Haben Sie den Abwurf der Frachtcontainer veranlaßt?"
"Wir waren zu langsam, das Zeug mußte weg."
"In den Containern waren 150 EG-Rinder, und ein paar von Ihren blöden PC-Usern!"
"Ach, dieses Subventionsgeschäft. Schade. Aber wenn Sie wüßten, was vorher in den Containern war, dann wüßten sie auch, daß der Aufprall nichts mehr großartiges verändern konnte."
"Trotzdem fällt es in meine Kompetenzen, was wann wo abgeworfen wird!"


Später habe ich im Splatter-Channel dieses Amateurvideo von so einem Familienvater am Strand von Sylt gesehen. Gerade als er seine fette Frau und drei Kinder im Bild hatte, ist dieser Container mit dem schwarzen Punkt auf sie runter gedonnert. Der feine Sand und ein paar Finger spritzten nach allen Seiten davon. Aus einigen Rissen an dem lädierten Container sickerte dann dieser grüne Schleim.
Ein anderer Container hat ein Cafe unter sich begraben, und ist dabei auseinander geplatzt. Einige Passanten wurden von umerfliegenden Kuh-Hörnern aufgespießt, die Fußgängerzone sah schon ziemlich übel aus.
Der grüne Schleim hatte sich dann auch noch an der Luft zersetzt, und Feuer gefangen. Über der ganzen Insel hingen unübersehbare fette Qualmwolken , schließlich wurde sie dann ganz abgeriegelt und vergessen.


Majestätisch passierten wir den Blockadering aus bunt zusammen gewürfelten Schiffen, den Green-Pack extra organisiert hatte. Einige Vollbartträger schossen mit Signalkugeln auf das Luftschiff, Morchel schnippte dafür seine ausgequalmte Kippe runter.

Als die Brennt&Spart in Sicht kam, stoppten die Motoren, wir glitten langsam 200 Meter über dem Wasser. H.P. trat zum Podium, heroische Musik von Wagner dröhnte auf, er sprach: "Wir haben uns heute hier versammelt, um eine entscheidende Wende in der menschlichen Geschichte einzuleiten! Wenn wir nun heute nach den Sternen greifen, so heißt das zwar noch nicht, daß Menschen fremde Gestirne betreten. Doch wir können den Sternen etwas geben, wovon wir selbst im Überfluß besitzen: Unseren Müll!"

Alle klatschten pflichtschuldigst, während eine Schemazeichnung der Brennt&Spart projeziert wurde.
"Unsere Techniker haben 42 Feststoffraketen nach genau ausgeklüngelten Berechnungen an der Brennt&Spart angebracht. Wir nennen sie übrigens intern unsere 'Tablettenröhrchen', da wir den Treibstoff aus alten Medikamenten recycelt haben."
H.P. bleckt die strahlend weißen Zähne zu einem Lächeln, das etwas zögerlich befolgt wird, und drückt den Knopf zum Countdown.

"Hey ! Da sind ja noch Leute drauf!", ich habe nicht gesehen, wer das geschrien hat, aber durch die Panoramfenster konnte man einen Haufen Typen auf der alten Plattform sehen. Sie hatten akustische Gitarren dabei ("unplugged") und sangen und tanzten um einige Lagerfeuerchen. Es sah irgendwie aus wie Woodstock. Transparente mit den übliche Öko-Parolen hingen auch überall herum. Dazu schossen einige Erinnerungsphotos, und die Journaille krabbelte durch die liegengelassenen Fäßchen mit Sondermüll.

Morchel drängelte sich zum Kontrollpult: "Juden im Weltall. Schweine im Weltall. Jetzt Ökos im Weltall. Das ist doch immer die gleiche Scheiße!" Mit dem Spruch löste er den sofortigen Start aus.

Ich werde nie diese überraschten Gesichter vergessen, die sich am Randgeländer der Brennt&Spart versammelten, als die heißen Abgase rund um die Plattform blubbernd aus dem Wasser rauskochten, und die Brennt&Spart langsam abhob. Der Qualm hat dann erstmal alles zugenebelt. Als die Sicht wieder frei wurde, sahen wir die Brennt&Spart als Kondensstreifen am blauen Himmel, wir alle klatschten Beifall.

Derweil trieben die einstigen Blockadeschiffe führerlos durch die Wellen, während ihre Besatzungen angekifft so dämliche Spielchen wie "Wer springt vom höchsten Mast auf Deck?" oder einfach nur "Kielholen" spielten. Morchel räumte später einen hohen Anteil an Psychopharmaka im Raketentreibsatz ein.

"Wir sind jetzt im Fernsehen!", H.P. zeigte auf Monitore, die verschiedene jubelnde Menschenmassen zeigten, Inder in bunter Landestracht, die Blümchen verteilten, brechend volle Straßenschluchten in New York, wo Papierstreifen wirbelten, ausgelassene Straßenfeten in Paris. "Die Welt liebt uns für unsere technische Großtat." träumte H.P. weiter.

"Niemand liebt uns, Idiot!", Morchel hatte den richtigen Kanal gefunden, einige Außerirdische mit hohen Denkerstirnen und gefühlvollen allwissenden Augen hielten eine Ansprache: "...endlich für würdig befunden, einen Platz in der galaktischen Gemeinschaft zu erhalten. Wir bringen euch den Frieden, und Gerechtigkeit. Es ist soviel Platz unter den Sternen für uns alle (*breitet dünne Ärmchen aus*) hier. Unsere jahrmillionenalte Kultur..."

Mit einem "Wie sieht der denn aus?" und dem gezielten Schuß mit der Walther PPK beendete H.P. die Ansprache fürs erste. Der Monitor implodierte sachte und verging.
"...höflich mit Hundeblick"
"Wenn wir wolln könn wir den ändern."
"Und wir wolln das auch!"

Faszinierend wie schnell uns die mathematische Abteilung der IG-Techno, alles gescheiterte Absolventen der Universität zu Düsterburg, durch die wenigen Ausgangsdaten, die das Satellitensystem der IG liefern konnte, so schnell die genaue Position und Geschwindigkeit des UFOs liefern konnte. Und mit welchem Eifer das Morchel in neue Kursdaten für die Brennt&Spart umsetzte.

Eine zweite Sonne am Himmel zeigte an, daß jahrmillionenalte Kulturen einfach nicht mehr damit rechnen, mit abgewrackten Bohrinseln beworfen zu werden.

Das Ergebnis ist bekannt: Irgendeine Art von Schirm liegt um das Sonnensystem, bis "die Evolution die Menschheit durch etwas weniger Sinnloses ersetzt hat".


Nachspiel:
"Ohne Nase ist er einfach nicht komplett."
"Nein? Dann weg damit!"