Food Divison BoFü

Lammbraten

Zutaten:

Für die einen sind es kleine knuddelige Tierchen mit weichem Fell und süßem Gesicht, für die anderen das beste Fleisch der Welt: Lamm! Wer genau weiß, dass er nicht von einem Paar Wollsocken abstammt, darf weiter lesen.

Das beste Stück Fleisch für dieses Rezept ist die Lammkeule. Sie enthält gerade den richtigen Anteil Fett und relativ wenig Knochen. Tierliebhaber können sich dabei mit der Ausrede trösten, dass es ja auch eine Amputation gewesen sein könnte, und das liebe Tierchen immernoch auf vier Holzstöcken über die Weide höppelt. Preiswerter und knochiger ist Lammschulter. Ein guter Kompromiß ist Lammrollbraten. Der besteht aus Schulterstücken, die aber bereits von den Knochen ausgelöst sind. Das komische Netz sollte man wegschmeißen, es sei denn man leckt auch gerne die Bremsspuren gescheiterter Golf GTI Fahrer ab.

Die Aubergine abwaschen und in kleine Würfel schneiden. Diese kräftig salzen (das Zeug zieht Salz wie rohe Kartoffeln) und in einem Salatsieb wegstellen. Wenn die Würfel aus dem Sieb rieseln liegt ein eindeutiger Fall von Pedanterie vor. Die Zwiebeln ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Es mag eine schier unlösbare Aufgabe sein, aber es wird ein gehäufter Suppenteller voll Zwiebelwürfel gebraucht. Sonst schmeckt die Sauce später wie billige Pizza! Also Gasmaske auf und durch!

Den Ofen auf maximale Temperatur vorheizen. Damit sind 250 Grad gemeint, falls man sich wider Erwarten im Besitz eines Pizza-Ofens oder eines Kernreaktors befindet. Das Fleisch waschen und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Nicht die Kräuter der Provence da rein hauen, die verbrennen beim Anbraten und alles schmeckt wie Raucherbein auf Sauerkraut. In einem Gänsebräter oder anderem ofenfestem Topf (d.h. Deckel und Topf ohne Plastikgriffe) das Fleisch von allen Seiten anbraten. Dann das Fleisch in eine Ecke vom Topf schieben wo es nicht weiter stört. Falls es überall stört ist der Topf zu klein. Alles weg schmeißen und mit einem richtigen Topf (Übrigens ist das ein Gänsebräter) von vorne anfangen.

In der freien Topffläche die Zwiebeln im Lammfett goldgelb dünsten und dabei mit Salz und Pfeffer würzen. Eventuell muss Brattfett nachgefeuert werden um die Bildung von Ruß am Topfboden zu vermeiden. Dann die Auberginen-Würfel da rein geben und mit schmoren. Wenn das ganze so aussieht wie im Bild links die passierten Tomaten (Die gibt es im Tetrapack für ein paar Eurocent, was auch genau die richtige Menge darstellt. Die ganze Arbeit mit frischen Tomaten ist bei diesem Rezept völlig für den Arsch.) dazu geben. Jetzt sparsam die Kräuter der Provence und nach Geschmack und Terminkalender Knoblauch dazu geben. Das Fleisch in der Mitte drapieren und keine Tomatensauce drüber kippen, sonst gibt es keine knusprige Lammhaut. Mit Deckel in den Ofen und warten bis es so aussieht wie im Bild ganz oben. Bei einer 2kg Lammkeule kann das zwei Stunden dauern, Lammschulter oder zerlegter Rollbraten geht schneller.

Den Tomatensud kann man mit Schlagsahne zu einer Art Metaxa-Sauce verfeinern, das sieht dann so aus wie im Bild rechts. Das ist zwar nicht unbedingt ein Diätessen aber dafür total lecker. Wen das Gewissen und akute Infarktgefahr plagen macht sich aus Joghurt, Knoblauch, Zitronensaft, Salz und Pfeffer eine Knoblauchsauce. Die kann man auch in den Sud mischen oder seperat dazu reichen. Als Beilage gibt es wie immer frisches Weißbrot oder Nudeln. Reis geht auch.

Das ganze sollte möglichst am selben Tag gegessen werden. Aufgewärmt ist es nur noch 24 Stunden später akzeptabel. Altes Lammfett wird zu einer Art Wagenschmiere, und sieht nicht nur vermoddert aus sondern schmeckt auch so. Lammfleisch will frisch vom Rost oder aus dem Ofen gegessen werden!

(SNORR)