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Kartoffelsalat "Mama"

Zutaten:

Zu ausgedehnten Fressorgien gehört manchmal ein Salat. Die Gründe dafür können vielschichtig sein. Sei es, dass Weibsvolk anwesend ist, das sich "bewußt" ernähren will, oder der Grillrost zu wenig Fläche hat um einen konstanten Fleischstrom aufrecht zu halten, so dass auf Beilagen zurück gegriffen werden muss um ein durchgehendes Völlegefühl zu gewährleisten. Dieses Rezept beschreibt eine der raren Möglichkeiten aus den unterirdischen Knollengewächsen etwas genießbares zu machen.

Fertiger Kartoffelsalat aus dem Supermarkt verdient eher die Bezeichnung "Mayonnaise mit Bröckchen drin, die mit Unmengen Industrie-Essig haltbar gemacht wurde um Regressforderungen wegen Massensterbens in der Bevölkerung durch Salmonellenverseuchung zu vermeiden". Entsprechend ist das Zeug auch mehr zur Vetreibung den Vorgarten zuscheißender Hunde als denn zum Verzehr geeignet.

Die Kartoffeln ungeschält in Salzwasser gar kochen. "Gar" heißt in diesem Zusammenhang weder "knackig", noch dass die Kartoffeln wie ein Ebola-Erkrankter im letzten Stadium nur noch durch ihre Haut zusammen gehalten werden. Eine Tasse Kraftbrühe kann aus Instant-Pulver zubereiten und erkalten lassen. Man kann das Zeug natürlich auch kochend heiß in die Salatschüssel kippen, sollte sich dann aber auf überall herumschwirrende Glassplitter mit abschließender Notoperation beim Augenarzt gefaßt machen. Die Zwiebel in so feine Würfel schneiden wie es die Grobmotorik zuläßt. Die Hälfte der Brühe und die Zwiebelwürfel in eine Salatschüssel geben, kräftig salzen und pfeffern. Jeweils einen Eßlöffel Balsamessig und Maggi und etwas Chinagewürz (keine Ahnung was da drin ist, wahrscheinlich getrocknetes Nashorn und das, was man unter diesen großen flachen Steinen findet) dazu geben. Die gepellten und erkalteten Kartoffeln in feine Scheiben schneiden und unterrühren. Darauf achten, dass keine Scheiben aneinander kleben bleiben, da diese sonst ungewürzt bleiben! Falls das zu trocken wird Brühe nach kippen. Das sollte jetzt so aussehen wie im Bild und mindestens eine Stunde durchziehen. (Das heißt einfach stehen lassen!)

In der Zwischenzeit sollte man 2 bis 4 Eier hart kochen. Produkte von frei laufenden Hühnern weisen einen Vorteil auf: Sie sind wahrscheinlich nicht infektiös. Legehennen in Käfighaltung neigen mangels perfekt angepaßter viereckiger Form dazu sich gegenseitig mit merkwürdigen Vogelkrankheiten anzustecken, wenn sie sich nicht gerade gegenseitig zum Zeitvertreib die Augen aushacken. Wenn es wieder billige Suppenhühner im Supermarkt gibt, dann sind gerade 6 Millionen von diesen Viechern in einer umgebauten Scheune an einer Art Hühneraids krepiert. Die Eier lassen sich übrigens mit einem Eierschneider, der auch für Hamsterexperimente bestens geeignet ist, wunderbar in Scheiben schneiden.

Die Eierscheiben geviertelt und Gewürzgurken nach Geschmack unterrühren. Neben Gewürzgurken existieren noch andere Alien-Gurkensorten wie Senfgurken oder Gurken "Süß-Sauer". Das schmeckt dann ziemlich nach betroffener Pastorengattin auf Rollmops falls man das verwendet. Also Gurkenglasetiketten lesen! Das alles bleibt wieder eine Stunde stehen zum Durchziehen.

Den Rest Brühe mit der Mayonnaise (Livio Salatmayonnaise schmeckt ganz lecker) zu einer dicken Flüssigkeit verrühren und unter den Salat heben. Da die Mayonnaise mit der Brühe gestreckt wird ist das Ergebnis ein "saftiger" Salat der aber trotzdem nicht "schwer" ist. Falls der Salat doch eher trocken ist, dann ist zuwenig Brühe und Mayonnaise drin. Nutzer von Instantbrühe sind hier klar im Vorteil, weil man das Zeug beliebig nach produzieren kann. Darauf achten dass die Mayo-Brühe-Sauce überall verteilt wird, so dass keine trockenen Stellen im Kartoffelsalat übrig bleiben.

(SNORR)