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Krustenbraten

Zutaten:

Schweine sind Menschen ähnlicher als es die meisten Fundamentalisten wahr haben möchten. Deswegen werden sie (die Schweine, nicht die Fundamentalisten, meistens jedenfalls) in Versuchslabors gerne für Tests von terroristenbrechender Munition und neuartigen Krebsmedikamenten heran gezogen. Die Überreste werden dann billig in Supermärkten verhökert, wo die Fleischermeister keine überflüssigen Fragen stellen.

Das für dieses Vorhaben interessante Stück wird wegen seines hohen Knochen- und Schwartenanteils meistens preiswerter in größeren Stücken "zerlegt nach Art einer Landmine" verkauft. Vor dem Erwerb sollte man sich durch Abtasten gründlich versichern nicht ein Knochentransplantat mit nach Hause zu nehmen. Rudimentäre anatomische Kenntnisse, erworben durch den fortwährenden Konsum von wichtigen WKII-Antikriegsfilmen wie "Der Soldat James Ryan", können sich durchaus als hilfreich erweisen.

Am Anfang steht die Entbehrung und der Schweiß: Die Schwarte muß durch kreuzweise Einschnitte dem Strassenplan einer typischen nordamerikanischen Metropole nahe gebracht werden. Keiner der dabei entstehenden Blöcke sollte dabei eine Kantenläge von mehr als zwei Zentimetern aufweisen. Dazu wird ein scharfes Fleischmesser verwendet. "Scharf" heißt in diesem Zusammenhang, dass das Ding einfach beim Runterfallen durch eine Jeans bis zum Knochen schneiden kann. "Scharf" heißt, dass sich das junge unschuldige Opfer eines Snuff-Videos damit lediglich durch seine Zappelbewegungen selbst zerstückelt. "Scharf" heißt sich beim Kochen einen Finger abzuschneiden und es erst beim Umrühren zu bemerken, weil man dann den Kochlöffel nicht mehr richtig halten kann. Das ist "scharf".

Wenn das ohne kritischen Blutverlust überstanden ist, dann das Fleisch von allen Seiten mit Salz, Pfeffer, Paprika und einer leichten Kümmelnote würzen. Fehldosierter Kümmel bedeutet eine ungenießbare Mahlzeit, die es während der Verdauung zu den falschen Körperöffnungen drängt. Das Fleisch in einen ofenfesten Behälter legen und die Zwiebel in kleine Würfel geschnitten daneben legen. Je nach gewüschter Saucenmenge mit ein bis zwei Tassen Wasser auffüllen und dieses ebenfalls mit den oben genannten Gewürzen versehen.

Trick: Um eine wirklich knusprige Kruste anstatt eines alten Lederturnschuhes zu erhalten jetzt etwas siedendes Íl auf der Schwarte verteilen. Das in einer extra Pfanne erhitzte Öl ist heiß genug, wenn es

Teflonpfannen kann man dazu nur einmalig verwenden und danach im Sondermüll entsorgen. Das ist halt Raumfahrttechnologie.

Das Fleisch im Ofen bei höchstens 180 Grad mindestens zwei Stunden garen. Bei größeren Stücken kann es noch länger dauern. Für die Geduld wird man mit einem saftigen Braten belohnt, und das angegossene Wasser bietet eine geniale Saucengrundlage anstatt eine eingebrannte Aschenpfanne zu hinterlassen. Für die Sauce den Sud mit Saucenbinder nach Anleitung auf der Packung zubereiten. Dazu paßen Knödel, Bratkartoffeln, Wirsingkohl, Rotkohl, Bier, Wein...

(SNORR)