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Jägerschnitzel

Zutaten:

Für die Jägersauce:


Eigentlich besteht für keinen normal begabten Sterblichen ein Grund seine sauer erbeuteten Territorialen Kredits zur Imbissbude zu schleppen, wenn er sich mit vertretbarem Aufwand seine Jägerschnitzel selbst brutzeln kann. Dazu wird noch nicht einmal eine Fritteuse benötigt, die sich bei falscher Handhabung sowieso in eine Art Napalmbombe verwandeln würde.

Um das ganze in die Synchronisation zu bringen wird mit der Jägersauce begonnen. Dazu wird der geräucherte Speck in Würfel geschnitten. Wer jetzt vor ein paar dünnen Scheiben Frühstücksspeck sitzt, hält jetzt mit beiden Händen seine Arbeitsplatte in der Küche fest und hämmert seinen wertlosen Schädel auf die Oberfläche. Die Platzwunde mit den Schnitzelteilen kühlen und danach aus den Speckscheiben und dem Ei "Ham and Eggs" brutzeln.

Alle anderen braten den gewürfelten Speck in einem Topf zu dem auch ein passender Deckel verfügbar ist bei hoher Hitze mit Öl an. Währenddessen die Zwiebel ebenfalls würfeln und dabei auf üble Gerüche aus dem Specktopf achten, dass da kein Mini-Krematorium auf dem Herd entsteht. Gegebenenfalls kann man sich die Mühe machen den Speck mal umzurühren. Die Zwiebelwürfel zu ihren Leidensgenossen in den Topf geben, etwas pfeffern und glasig braten. Der Salzanteil kommt ausschließlich aus dem Räucherspeck. Versalzen kann man das Zeug sowieso später noch. Während der Speck und die Zwiebel Sex im Topf haben mit einem geeigneten Werkzeug die Pilzdose öffnen. Schlagbohrmaschinen oder Winkelschleifer haben in der Küche allerdings nichts zu suchen, es sei denn es wird gerade lebendiges Schnauzbartträger-Gehirn serviert. Das Pilzwasser in einer Tasse abgießen und für später aufbewahren. Die Pilze selbst dürfen in den Topf und quietschen lustig beim Anbraten. Das ist fast so gut wie lebendige Hummer anbraten. Wenn sie genug gelitten haben alles mit dem Pilzwasser ablöschen und bei geringer Hitze und geschlossenem Deckel köcheln lassen. Falls die Pilze in der Dose in der Übermacht waren kann auch Wasser aus dem Kran ergänzt werden um die Proto-Sauce nicht trocken laufen zu lassen.

Jetzt wird es Zeit für die Schnitzelteile. Für das Fließband werden drei Ess- und ein Suppenteller gebraucht. Das Ei im Suppenteller aufschlagen und verquirlen. Beim Entstehen merkwürdiger Gerüche oder dem Auftreten von Kükenleichen ein anderes Ei und einen dekontaminierten Suppenteller nehmen. Links vom Eiersuppenteller einen Essteller mit Weizenmehl und rechts davon einen Teller mit Paniermehl aufstellen. Auf dem ganz linken Teller werden die Schnitzelteile mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver gewürzt. Danach auf dem zweiten Teller mit dem Weizenmehl gut pudern. Im dritten Teller nehmen sie ein Vollbad in dem Flüssigei und zu guter letzt wälzen sie sich nochmal im Paniermehl wie gut gebaute Blondinen beim Damenschlammcatchen im Dreck.

Nach dieser Kneipp-Kur die Schnitzelteile bei hoher Hitze in einer gut geölten (oder Butter: Schmeckt besser verbrennt aber auch besser) Pfanne anbraten. Die Erfahrungen mit Teflon haben zwar die nordamerikanische Raumfahrt nicht unbedingt weiter gebracht, aber eine Beschichtung mit dem Zeug in der Pfanne bewahrt die Panade der Schnitzelteile vor dem Verbrennen und unterbindet damit jede Ähnlichkeit unseres Essens mit tragisch verunglückten Astronauten. Wenn beide Seiten angebraten die Hitze runter schalten und die Schnitzelteile durch braten.

Es wird Zeit sich wieder um die Jägersauce zu kümmern: Falls noch Flüssigkeit im Topf ist, die Fertigsauce rein rühren und aufkochen lassen. Da die Sauce in diesem Zustand wahrscheinlich sehr intensiv ist, diese nach Belieben mit Schlagsahne, Schmand oder auch Wasser etwas verdünnen. Dabei abschmecken und dann irgendwie servieren.

Als Beilage passen Röstis (falls noch Pfannen frei waren) oder überhaupt alles was fettig und aus ehemaligen Kartoffeln ist. Eierspätzle in Butter geschwenkt aus der Pfanne (gibt es bei Aldi) machen auch einen guten Sättigungsjob.

(SNORR)