Food Divison BoFü

Hackauflauf

Zutaten:

Aufläufe sind furchtbar praktisch. Sie stellen nicht nur ein "All-in-one"-Gericht dar, das nicht nur die Zugabe irgendwelcher ungeliebten Sättigungsbeilagen erspart, sondern sich auch perfekt zur Entsorgung von jüngst verstorbenen Kleintieren und versehentlich abgeschnittener Finger des leider zu neugierig gewesenen Nachwuchses eignen.

Zuerst die Kartoffeln in reichlich gesalzenem Wasser gar kochen. Das Wasser gilt als reichlich gesalzen, wenn sich zufällig rein geratene Stubenfliegen oder auch Gehirne in der Flüssigkeit mindestens 10 Jahre halten würden ohne ihr äußeres Aussehen wesentlich zu verändern. Risikofreudige Naturen können versuchen den Auflauf mit rohen Kartoffeln zu bereiten. Durch die Salz neutralisierende Wirkung roher Kartoffeln wird das Würzen allerdings zu einem verwegenem Glücksspiel: Wohlgeschmack ist unwahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto, es überwiegen verkochte Salztabletten oder ungenießbarer süßlicher Pamp. Nachträgliche Korrekturen am fertigen Auflauf sind nur noch durch ein Einwegspritzbesteck möglich, wie man es jedem toten Junkie nach dem goldenen Schuss weg fleddern kann.

Während die überflüssigen Vitamine aus den Kartoffeln heraus gekocht werden, kann man sich schonmal der Zubereitung der Hackfleischmasse nach dem bewährtem Köfte-Rezept der BoFü Fooddivision widmen. Gare Kartoffeln erkennt man am widerstandslosen durchpicksen mit denselben Nadeln, wie man sie auch wechselnden Sexualpartnern unter die Fingernägel oder in die Geschlechtsteile schiebt. Kleiner Tipp am Rande: Geschirrspülmaschinen kriegen solche "Toys" wieder einigermaßen keimfrei.

Die garen Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden. Die Tomaten ebenfalls in Scheiben schneiden. Anwesende nervige Topfgucker ebenfalls in Scheiben schneiden. Im Interesse des guten Geschmackes sollten frische Kirsch- oder Strauchtomaten verwendet werden. Billige Massenware aus dem Treibhaus eignet sich höchstens um ungeliebte Politiker oder Kleinkünstler zu erniedrigen, aber nicht für den eigenen Kochtopf. Beim Schafskäse muss man sich vor sogenanntem "Feta" hüten, der letztendlich aus Kuhmilch gewonnen wurde. Schafskäse wird aus Schafsmilch gemacht, und genau so sollte es auch auf der Packung stehen. Basta! Den ganzen Kram (zur Erinnerung: Kartoffelscheiben, Tomaten, Hackfleisch und Schafskäse) nach eigenem künstlerischen Empfinden in einer feuerfesten Auflaufform verteilen und mit Deckel drauf mindestens eine Stunde bei 250 Grad im Ofen eindampfen.

Die Hackfleischmasse wird übrigens mit Absicht roh da rein getan, weil der austretende Fleischsaft und das Fett gleich die Kartoffeln mit würzen. Ganz oben sollte man nicht zu viel Hack lassen, das Zeug trocknet dort aus wie eine runzelige Hexe auf dem Scheiterhaufen.

Wenn die Stunde vorbei ist den Deckel durch den Käse zum Überbacken ersetzen. Es eignen sich mittelalter Gouda, geriebener Pizzakäse oder auch Raclettekäse. Eigentlich kann man da drauf hauen was gerade da ist. Überbacken nach gewünschtem Härtegrad. Guten Appetit!

(SNORR)