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Hähnchen Kanarische Art

Zutaten:

Hähnchen haben in unserer durchindustrialiserten Gesellschaft durchaus Vorteile beim Kochen: Es finden sich schon seit Jahren keine Überaschungen mehr wie abgehackte Krallen oder Köpfe in den abgepackten Hähnchen, und es ist immer verfügbar.

Es gibt zwei vorbereitende Tätigkeiten für dieses Rezept: Das Hähnchen in 8 Stücke zerteilen und ungefähr einen Suppenteller voll gewürfelte Zwiebeln schneiden. Wer die Gefahr sucht, macht das nebenbei während der Kochtätigkeit, und endet als wimmerndes Häufchen Elend in einer qualmenden völlig versauten Küche.

In einem genügend großen Topf mit feuerfestem Deckel Öl zum Anbraten (zweithöchste Stufe auf dem E-Herd) heiß werden lassen. Ideal und in der Anschaffung immer lohnend ist ein guter Gänsebräter. Da passen noch ganz andere Dinge rein als Hähnchen... Zwei Teller zur Hand nehmen, der eine ist zum Würzen der Hähnchenteile mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver (nicht den Rosmarin, der kommt später), der andere zum wälzen im Mehl. Ei ist nicht nötig, das Zeug klebt auch so am Fleisch. Genauso wie an den Fingern.

Nach und nach die bemehlten Hähnchenteile goldbraun anbraten. Die müssen nicht durch sein, es soll sich bloß eine Kruste bilden, und ein paar Fleischporen geschlossen werden. Die fertig angebratenen Stücke im Deckel sammeln, und in den auf 250 Grad vorgeheizten (Das kommt etwas spät, he? Tjaaaa... Man liest sich sowas ja auch immer vorher einmal durch!) Ofen stellen. Spätestens in 5 Minuten ab jetzt rächt sich die Verwendung eines Topfes mit Plastikgriffen.

Die Zwiebelwürfel im selben Topf wie die Hähnchenteile im Bratsud goldgelb anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Rosmarin würzen. Beim Rosmarin sollte man die pulverisierte Form bevorzugen, die getrockneten "Blätter" sind eher kleine harte Nadeln, die man höchstens mit supergeilen Gamma-Strahlen weich gekocht kriegt.

Die Zwiebeln mit einem Glas Weißwein ablöschen. Angeber behaupten, wenn man mit Wein kocht, kann das Essen nur so gut wie der verwendete Wein werden. Bullshit. Den Wein schmeckt keiner mehr heraus. Viel wichtiger ist der Gedanke, dass nur ein Glas davon in die Sauce gelangt, und der Rest getrunken werden muss. Also einen Wein aussuchen, den man nicht sofort selber über den halben Tisch spucken würde.

Die passierten Tomaten hinzu geben, und nach Geschmack klein geschnittenen Knoblauch. Die Hähnchenteile im Deckel aus dem Ofen holen, dabei beachten, dass dieser inzwischen ebenfalls 250 Grad heiß ist, und jeder direkte Hautkontakt merkwürdige Gerüche und Verunreinigungen durch klebende Hautfetzen erzeugt. Das Fleisch aus dem Deckel auf die rote Sauce legen, dass die Haut knusprig werden kann. Deckel drauf, und den ganzen Kram nochmal für 45 Minuten in den Ofen.

Die Hähnchenfleisch ist soweit fertig. Aus der Sauce das Fett, das sowieso nur aus dem Öl vom Anbraten und geschmolzenen Huhn besteht, weg kippen. Wer trotzdem sich trotzdem für Kannibalen mästen will, kann Sahne oder andere Kuhprodukte da rein rühren. Als Beilage eignen sich Nudeln, Reis oder frisch gebackenes Weißbrot.

(SNORR)